M1: Ausrufezeichen in Bietigheim

21.04.2026

SG BBM Bietigheim 2 - SG Hegensberg-Liebersbronn 27:36 (16:17)

"So hatte sich Ex-Profi Manuel Späth sein Debüt als Interimstrainer bei der SG Hegensberg/Liebersbronn vorgestellt", bilanzierte die "Esslinger Zeitung" den jüngsten Auftritt der Handballer vom Berg am Sonntagabend in der Baden-Württemberg-Oberliga. Bei der SG BBM Bietigheim II gelang ein unerwartet deutlicher, aber im Blick auf den Klassenerhalt enorm wichtiger 36:27 (17:16)-Sieg. „Es war eine tolle Mannschaftsleistung und wir haben sehr wichtige zwei Punkte in einer sehr engen Liga gesammelt“, sagte Headcoach Späth, der nach dem Rücktritt von Veit Wager am Dienstag kurzfristig bei den Raptors eingesprungen war.

Zunächst: Was war das für eine beeindruckende Kulisse in der altehrwürdigen Sporthalle am Viadukt in Bietigheim-Bissingen. Rund 100 HeLi-Fans hatten sich eingefunden, um ihrem Team seelisch-moralische, aber auch lautstarke Unterstützung zu geben, Heimspiel-Atmosphäre also. Und die Jungs um Kapitän Moritz Hettich demonstrierten von der ersten Minute an, dass sie alles daran setzen würden, eine emotional aufreibende Woche mit einem Ausrufezeichen abzuschließen. Zwar gelang Bietigheim das 1:0 durch ihren zweitligaerfahrenen Top-Scorer Jona Bader. Nach ausgeglichenen 15 Minuten übernahm HeLi mehr und mehr die Regie und setzte sich auf 10:6 ab. Allerdings: die Gastgeber blieben dran, verkürzten zur Halbzeit und stellten direkt nach Wiederanpfiff den Ausgleich her - 17:17!

Würde die Begegnung nun kippen? Zuletzt hatte sich die SG vom Berg in den Partien immer wieder längere Schwächephasen geleistet. Diesmal aber nicht! Dank eines Vier-Tore-Laufs setzte sich die Gast-SG wieder ab. Und mit zunehmender Spieldauer wuchs der Vorsprung. Vorentscheidend: der Zwischenspurt zwischen der 45. und der 53. Minute, als HeLi aus einem 25:22 ein 32:23 machte - ein regelrechter Befreiungsschlag nach der schwer verdaulichen Niederlage vor Wochenfrist zu Hause gegen Lauterstein. Manuel Späth hielt aus guten Gründen fest am System Veit Wager, mit dem er sich auch ausgetauscht hatte, in den Feinheiten gab es dann aber doch auch neue Akzente. Und vor allem strahlten die Ruhe und die Erfahrung und ganz fachpraktische Tipps eines gestandenen Handball-Profis mit fast 500 Bundesligaspielen positiv auf die Mannschaft ab. Offensiv mit viel Mut und Entschlossenheit und wenigen technischen Fehlern, defensiv unheimlich kompakt und beweglich mit zwei starken Torhütern, die sich die Spielzeit teilten, im Rücken - das waren die Erfolgsgaranten. „Das Ergebnis spiegelt zwar nicht ganz das Spiel wider", so der Interimscoach, "aber in Summe haben wir verdient gewonnen. Wir sind gut gestartet, bis zur Pause ging es noch hin und her, aber in der zweiten Hälfte haben wir uns Schritt für Schritt abgesetzt.“

HeLi rückte durch den doppelten Punktgewinn auf Platz acht von 14 Mannschaften vor, wobei die Teams aus Langenau, Hardheim, Lauterstein und Söflingen ganz dicht dahinter folgen. Nur Plankstadt und Bönnigheim haben keine Chance mehr auf den Klassenerhalt. Die SG-Handballer wollen laut Späth „erst einmal genießen, ehe am kommenden Samstag dann das Heim-Derby gegen den TSV Wolfschlugen ansteht“.

Die Sporthalle an der Römerstraße wird mit Sicherheit gut gefüllt sein beim dann letzten richtigen Heimspiel der Saison.

SG Hegensberg-Liebersbronn: Blum, Hummel; Lampart (1), Schatz (1), Fischer (1), Rosenbauer, Heetel (6), Habermeier (1), Prauß, Wester-Ebbinghaus (7), Stammhammer (7), Hahnloser (5), Hettich (1), Fausten, Herda (6), Schieche.